Frankreich trotz Corona-Krise im Fokus deutscher Investoren

Jan 15, 2021 | Invest, Pressemitteilung

Bildunterschrift: Frankreich ist Europas führendes Gastland für deutsche Investitionen. Trotz der durch die Pandemie verursachten Unsicherheit bleiben diese auf hohem Niveau. Copyright: 35069 / Pixabay

Der von Business France veröffentlichte Bericht über internationale Investitionen in Frankreich bekräftigt das Vertrauen ausländischer Investoren in Frankreich. 2020 war Deutschland nach den USA der zweitgrößte Investor im Land

Trotz des wirtschaftlichen Umfelds, das eigentlich eine abwartende Haltung der Investoren begünstigt hätte, wurden letztes Jahr insgesamt 1.215 Investitionsentscheidungen in Frankreich getroffen. 34.567 Arbeitsplätze konnten so geschaffen oder erhalten werden. Das sind zwar 17 Prozent weniger Projekte als im Vorjahr, aber 14 Prozent mehr Arbeitsplätze im Vergleich zu 2018. Deutsche Investitionen sind in Frankreich auf hohem Niveau geblieben: 17 Prozent der ausländischen Investitionsprojekte in Frankreich entfallen auf deutsche Unternehmen – das entspricht 201 Projekten. Aufgrund dieser Investitionen wurden fast 4.000 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten. Deutschland ist der führende Investor in französische Produktionsstandorte. So entfallen auch 30 Prozent der Investitionen in der Automobilbranche auf deutsche Unternehmen.

Laut Bericht sind 637 Projekte Neugründungen. Das entspricht 52 Prozent der in Frankreich getätigten Investitionen, 11.698 Arbeitsplätze konnten geschaffen werden. 504 Projekte sind Unternehmenserweiterungen (18.111 Arbeitsplätze) und 74 Projekte sind Firmenübernahmen (4.758 Arbeitsplätze). Die Erweiterungen verdeutlichen das Vertrauen der in Frankreich bereits etablierten ausländischen Konzerne in den französischen Standort. Projekte im Bereich Produktion verzeichneten letztes Jahr den höchsten Zuwachs (308) und machen 37 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. An zweithöchster Stelle kommen die Sitze der französischen Niederlassungen mit 274 Projekten, gefolgt von Verkaufsstellen mit 163 Projekten.

Darüber hinaus hat die Gesundheitsbranche im Zuge der Coronakrise einen Anstieg der Investitionsprojekte um 40 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet. Auch der Bereich der erneuerbaren Energien hat eine echte Dynamik erfahren: die Gründungs- und Erweiterungsprojekte sind im Jahr 2020 um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Deutsche Unternehmen in Frankreich

Aktuell sind 2.300 Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in Frankreich ansässig. Sie beschäftigen 320.000 Menschen. Deutsche Investoren bevorzugen Produktionsprojekte (27 % der Projekte), auf die fast 40 % der geschaffenen oder erhaltenen Arbeitsplätze entfallen, und

Verkaufsstellen (25% der Projekte). Deutschland ist der führende Investor in Produktionsaktivitäten und verantwortet mehr als 20% der Projekte im Logistikbereich. Der Handels- und Distributionssektor, geprägt durch die landesweite Expansion der Lidl-Gruppe, ist der größte Investitionsbereich für deutsche Unternehmen (26% der Projekte). Zahlreiche deutsche Investitionen werden auch im Maschinen- und Anlagenbau (9% der Projekte) sowie Energie und Recycling getätigt (8% der Projekte). Auf nationaler Ebene sticht Deutschland in den Sektoren Automobil und Medizintechnik mit jeweils 30% der Projekte und 28% der Arbeitsplätze hervor. So hat beispielsweise der auf Medizin- und Sicherheitstechnik spezialisierte Konzern Dräger 20 Millionen Euro in eine Produktionsstätte für FFP2- und FFP3-Schutzmasken in der ostfranzösischen Region ‚Grand Est‘ investiert und 95 neue Arbeitsplätze geschaffen.

F&E: Deutschland wichtigster europäischer Investor

F&E-Investitionen machen zwölf Prozent aller Investitionen aus. Ein Viertel dieser Investitionen entfällt auf die Vereinigten Staaten. Es folgt Deutschland (16%); hier stiegen die Investitionsentscheidungen um 44%. So gehört beispielsweise Siemens zu den Unternehmen, das Erweiterungen seiner F&E-Zentren in so unterschiedlichen Bereichen wie medizinische Forschung, Eisenbahn und Energie vorgenommen hat. Deutschland gehört mit 1,4 Milliarden Euro zu den wichtigsten europäischen Ländern, die zu den F&E-Ausgaben ausländischer Unternehmen in Frankreich beitragen. Jeder fünfte Arbeitsplatz im Bereich F&E und Ingenieurwesen wird von einem deutschen Unternehmen geschaffen.

Beliebteste Investitionsstandorte in Frankreich

In Bezug auf Arbeitsplätze sind die wichtigsten Aufnahmeregionen für deutsche Projekte der ‚Grand Est‘ im Osten Frankreichs (16 %), die Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs (14 %) und der Ballungsraum um Paris Île-de-France (13 %). Obwohl Paris einen erheblichen Anteil der Investitionsprojekte im Zeitraum 2014-2020 verzeichnet hat (19 % der Projekte), wurden 41 Prozent der Investitionen in Städten mit weniger als 20.000 Einwohnern getätigt. Gleichzeitig haben auch französische Großstädte an Attraktivität gewonnen: Der Großraum Paris (24 %) sowie der um Lyon (5 %), die Metropole Aix-Marseille-Provence (3 %), die Metropole Toulouse (3 %) und die Metropole Lille (3 %) verzeichneten letztes Jahr insgesamt 38 % der Investitionsprojekte.

Maxime Krummenacker - Communications Manager
Inès NYARWAYA
Chargée de communication et production d’information
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